
Zwischen 1830 und 1890 kam es zu einer großen Ab- und Auswanderungswelle aus Ruhlkirchen. Die Auswanderung in die Vereingten Staaten von Amerika wird in diesem Abschnitt näher behandelt.
Der Grund für diesen endgültigen Schritt in die 'Neue Welt' liegt in der wirtschaftlichen Not. Die Ursachen sollen hier im einzelnen erläutert werden:
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt es zu einer übermäßig starken
Bevölkerungszunahme. 1818 werden 569 Einwohner in Ruhlkirchen gezählt.
Knapp 20 Jahre später, im Jahr 1835, sind es schon 782.
In den Jahren zwischen
1840 und 1850 gab es in Europa einige Missernten.
Das führte zu steigenden Lebensmittelpreisen. Die Nahrungskrisen verschärften sich.
1846 gab es einen Ausfall der Getreide- und Kartoffelernte.
Da aufgrund des relativ kargen Bodens kaum Vorräte angelegt werden konnten, kam es zu Hungersnöten.
Die Kirchenbücher aus Ruhlkirchen belegen eine richtiggehende »Familienzusammenführung«, wenn Frau und Kinder nachgeholt werden,
wenn Geschwister den vorher Ausgewanderten nachzogen oder die 68-jährige Mutter ihrem Sohn folgte.
Nicht alle gingen freiwillig. Es kam vor, dass jemand, der etwas auf dem 'Kerbholz' hatte, das Weite suchte oder bewusst eine Straftat
beging, um sich mit der Beute davonzumachen. Andernorts wurden auch Straftäter direkt aus dem Gefängnis abgeschoben.
Schwer erziehbare Waisenknaben schienen mit 14 Jahren bereits alt genug für die Ausweisung in die neue Welt.